Kunst verbindet - Eiche

Montag 28. April 2008, Leonberg.

LKZ_2008-04-28 Schulfest KopieEs ist ein Kunsttag und ein Tag der Begegnung gewesen: Am Samstag feierte die Leonberger Schellingschule ihr jährliches Fest. An der Fassade der Schule flatterten große Flaggen, ein Gesamtkunstwerk, das die Schüler in den letzten Wochen gestaltet haben.
Von Peter Meuer.

Das Schulfest in der Grund- und Hauptschule ist an sich nichts Neues. Jedes Jahr treffen sich Lehrer, Eltern und Schüler, um gemeinsam zu feiern. In diesem Jahr aber verwandelt der Leonberger Maler Michael Lange mit befreundeten Künstlern und engagierten Lehrern das traditionelle Schulfest in ein echtes „Kunstfest.“ Den Grundstein dafür hat Lange schon im vergangenen Jahr gelegt. Er hat selbst Kinder an der Schule, sprach mit anderen Eltern darüber, wie das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt werden könne.

Ein gemeinsames Kunstprojekt sollte her, stufenübergreifend. In den letzten Wochen waren daher die Schüler damit beschäftigt, große Flaggen zu bemalen. Dafür fiel dann auch mal die ein oder andere Mathe- oder Deutschstunde aus. Das Ergebnis hängt nun an der Ostwand des Schulgebäudes. Jede Schulklasse hat eine der über drei Meter langen Fahnen gestaltet. Und jede der 19 Fahnen erzählt eine eigene Geschichte: Die Flagge der dritten Klasse ist blau bemalt, mit schwimmenden und lächelnden Fischen, eine Meeresidylle. Die 8 a hat Ringe gestaltet, die ineinander übergehen, blaue, gelbe und pinkfarbene. Die Klasse 7 b wiederum hat einen Schriftzug mit dem Motto des Schulfestes, „Kunst verbindet“, gestaltet.

Die Flaggen an der Wand der Schellingschule sind das große Gemeinschaftsprojekt, im wahren Sinne des Worte der „Aufhänger“ des Festes. Auch dies soll verbinden und Gemeinsamkeit stiften, sagt Dieter Bölz-Hohkamp. Der Rektor hat sichtlich gute Laune, mit hochgekrempelten Hemdsärmeln läuft er zwischen den Tischen und Bänken umher und begrüßt die Gäste. Seine Schüler stimmen ihrem Direktor zu. „Das Fest ist toll, wir verstehen uns mit vielen jetzt besser“, erzählen der zwölfjährige Fabian und sein gleich alter Freund Dennis. Schließlich seien die Kunstprojekte etwas, das alle Schüler gemeinsam geschafft haben. Fabian und Dennis stehen auf einer Leiter und schmirgeln über einen hohen, zweigeteilten Baumstamm. „Wir bauen mit Herrn Lange eine Kunst-verbindet- Eiche“, erzählen die Jungs.

So wie an der Kunst-verbindet-Eiche von Fabian und Dennis arbeiten über das ganze Schulgelände verteilt kleine und große Schülergruppen an weiteren Kunstwerken. Die Neuntklässler bauen mit dem Renninger Künstler Andreas Furtwängler eine Riesenlibelle aus Metall zusammen, Kunstlehrerin Brigitte Herrmann malt mit Schülern Werke der Pop-Art-Künstler Roy Lichtenstein und James Rizzi nach. In den Gängen der Schule hängt eine Ausstellung von Fünftklässlern, die während einer Klassenfahrt entstanden ist. So richtig bunt geht es auch am Büfett zu. „Wir sind ja eine internationale Schule“, sagt Rektor Dieter Bölz-Hohkamp. Entsprechend reichen die vielen Dutzend Gerichte von türkischem Börek über elsässischen Flammkuchen hin zu amerikanischen Muffins.