Pferdemarkt Beilage

Pferdemarkt in Leonberg / 08.02.2011

Artikel01Artikel02Der 54-jährige Michael Lange ist Autodidakt, aber auch ein gelernter Meister seines Fachs. An der Feuerbacher Schule für Farbe und Gestaltung hat er seinen Meisterbrief sowie eine Zusatzqualifikation als Restaurator erworben, studierte außerdem diverse Semester an Kunstschulen.
Statt einer selbstzufriedenen Handwerkerexistenz wählte Lange lieber die Herausforderung, als Künstler frei zu arbeiten.

Dabei geht es in seinem Schaffen erdig zu, er sucht, die Elemente mit Händen zu greifen: Aus Pigmenten und Leinöl mischt er seine Farben selbst, sein Rohmaterial für Skulpturen findet er in der Natur – in Form vermeintlich toter und vertrockneter Baumstämmen. Auch mit Asche experimentiert er in seine abstrakte Malerei hinein. Dies durfte er auch schon bei Kunststipendien in China aus testen; eigens für die Installation „88 Bäume für Sezuan“ erhielt er eine Einladung auf die größte chinesische Kunstschau.

Glashaus Seit er in seinem Leonberger Atelier in der einstigen Gärtnerei Dilger unmittelbar neben der Brachfläche des Bausparkassenareals arbeitet, scheint er die Stadt anders wahrzunehmen. Er kooperiert mit anderen Künstlern, organisiert die Lange Kunstnacht mit oder arbeitet ehrenamtlich mit Förderschülern.

Aber er zeigt sich auch immer wieder widerborstig. Eine Überraschung für die Leonberger Kulturamtsleiterin Christine Ossowski dürfte nicht nur sein nicht angeforderter Gegenentwurf zur Kreiselkunst gewesen sein, sondern auch sein Beitrag zur LKZ-Extraausgabe. Installation Das Holzpferdlein liegt darnieder. Hat es nur einen Schwächeanfall erlitten oder ist es gar ein Patient für eine größere Operation? Ist es schon so schlecht um den Pferdemarkt bestellt, dass er am Tropf hängt? „Durch die Infusion der Plakette ist der Gaul nochmals aufgestanden“, sagt Lange, „aber wir müssen uns besinnen, was im nächsten Jahr geschieht, wie wir Leonbergs Finanzen langfristig retten können.“

www.langekunst.de